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09310 SDC-Standard in der Medizintechnik

Ein wichtiger Beitrag zum Fortschritt in der Medizintechnik ist der Service-oriented-Device-Connectivity(SDC)-Standard. Der SDC-Standard besteht aus einer Reihe von Protokollen und Richtlinien, die entwickelt wurden, um die Interoperabilität zwischen medizinischen Geräten zu gewährleisten. Er ermöglicht eine nahtlose Kommunikation und Datenübertragung zwischen verschiedenen Geräten, unabhängig von Hersteller oder Modell. Dies ist entscheidend für die Verbesserung der Patientensicherheit, da das Risiko von Fehlern durch manuelle Dateneingabe reduziert und eine genauere Patientenüberwachung ermöglicht wird.
von:

1 Einführung

Der Service-oriented-Device-Connectivity(SDC)-Standard ist eine offene Schnittstelle, die medizinische Geräte interoperabel kommunizieren lässt. Er wird in vielfältiger Weise zur Verbesserung der ganzheitlichen Patientenversorgung eingesetzt (Orchestrierung medizinischer Geräte). Die herstellerunabhängige Geräteauswahl und Integration unter Nutzung des SDC-Standards ermöglicht Kliniken und Praxen eine flexible, herstellerunabhängige Auswahl der Geräte und die einfache Integration in bereits bestehende IT-Systeme.
Herstellerübergreifender Datenaustausch
Die Optimierung klinischer Abläufe durch den Einsatz von SDC kann Krankenhausprozesse weiter unterstützen und zusätzliche Kosten können eingespart werden. Die Verbesserung der Therapieentscheidungen mittels Anwendung des SDC-Standards bietet neue Möglichkeiten des herstellerübergreifenden Datenaustauschs. In der Zukunft können beispielsweise Patientenmonitore, Anästhesie- und Intensivbeatmungsgeräte Informationen mit anderen patientennahen Geräten (sogenannte POCT-Umgebung) austauschen und so klinische Therapieentscheidungen noch effizienter unterstützen.
Datentransparenz
Durch die gewonnene Transparenz und Kosteneffizienz beim Austausch von Medizingerätedaten erfolgt der Austausch der Medizindaten mit einer notwendigen umfassenden Datentransparenz zum Beispiel im OP-Bereich. Die durch SDC unterstützte standardisierte OP-Vernetzung erschließt eine neue Dimension der Kostentransparenz bei der Behandlung von Patienten. Zusätzlich gibt es eine staatlich forcierte Förderung von Innovationen, denn von dem offenen Standard profitieren insbesondere kleinere Hersteller von Medizingeräten, was die Entwicklung von innovativen Instrumenten und Funktionen in der Digitalisierung im Gesundheitswesen vorantreibt.
Insgesamt trägt der SDC-Standard dazu bei, eine qualitativ hochwertige, qualitätsgesicherte und kosteneffiziente Patientenversorgung zu unterstützen.

1.1 Einordnung in Normenlandschaft

Der Service-oriented-Device-Connectivity(SDC)-Standard ist ein wichtiger Teil der IEEE-11073-Familie von Standards, die Kommunikationsprotokolle für medizinische Geräte definieren. Die Normenfamilie ISO/IEEE 11073 definiert die Bestandteile eines Systems, mit dem es möglich ist, Vitaldaten zwischen unterschiedlichen medizinischen Geräten auszutauschen, auszuwerten und die Geräte fernzusteuern. Die Teile 10101, 10201, 20101, 30200 und 30300 liegen auch als DIN-Normen DIN EN ISO 11073 vor. Dieses Dokument entspricht der Notwendigkeit eines offen definierten, unabhängigen Standards für den geregelten Austausch von Informationen zwischen persönlichen gesundheitsbezogenen Geräten und Datenverarbeitungsgeräten (wie mobilen Telefonen, Arbeitsplatzrechnern, gesundheitsbezogenen persönlichen Geräten, Settop-Boxen). Interoperabilität ist der Schlüssel zum Wachstum eines wachsenden Markts für diese Geräte und ermöglicht, dass sich Menschen (Patienten) besser informieren und stärker an ihrer gesundheitlichen Betreuung beteiligen.
Historisch gesehen wurde der SDC-Standard maßgeblich im Rahmen des vom Bundesministerium für Forschung und Bildung geförderten Projekts „Sichere Dynamische Vernetzung in Operationssaal und Klinik” (OR.net) entwickelt. Dieses Projekt wurde von Vertretern von Kliniken, Wissenschaft, Industrie und Organisationen durchgeführt.
Im Jahr 2018 wurde der SDC-Standard vom Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) in die Familie der IEEE-11073-Standards aufgenommen. Seitdem hat er sich zu einem wichtigen Werkzeug für die Interoperabilität von Medizingeräten entwickelt. Abbildung 1 stellt vereinfacht die Übersicht der Normenreihe ISO/IEEE 11073 dar. Abbildung 2 stellt vereinfacht dar, wie Medizingeräte in einem SDC-Netzwerk interoperabel zusammenwirken können.
Abb. 1: Normenübersicht und Anwendungsbeispiel SDC-Standard
Abb. 2: Interoperables Zusammenwirken SDC-fähiger Medizingeräte in einem SDC/MIT-Netzwerk
Es wird versucht, den SDC-Standard genauer zu betrachten, seine Bedeutung in der Medizintechnik zu erläutern und einige Anwendungsbeispiele darzustellen.

2 Serviceorientierte Architektur

Serviceorientierte Architektur (SOA) ist ein anpassungsfähiger Satz von Designprinzipien, die in den Phasen der Systementwicklung und -integration in der Datenverarbeitung verwendet werden. SOA mit seiner frei gekoppelten Technologie ermöglicht es Medizinprodukte-Unternehmen, neue Dienste in Medizingeräte einzubinden oder bestehende Dienste so weiterzuentwickeln, dass diese den neuen Geschäftsanforderungen und Cybersecurity-Richtlinien in Krankenhäusern und Kliniken gerecht werden. Die schnelle Akzeptanz von SOA führt zu einer weit verbreiteten Service-Ermöglichung von IT-Systemen.
Dies ist jedoch nicht die einzige Möglichkeit, die IT-getriebene Medizintechnikbranche auf Elemente wie niedrigere Kosten, höhere Effizienz und erhöhte Transparenz zu optimieren. Ein weiteres wichtiges Ziel besteht darin, diese Dienste schnell zu modularen und flexiblen Geschäftsanwendungen zu entwickeln und als Microservices in medizinische Geräte zu implementieren. Ein System, das auf einer SOA-Architektur basiert, stellt Funktionen als eine Gruppe von interoperablen Diensten bereit, die in einer Reihe verschiedener Systeme aus verschiedenen Geschäftsbereichen insbesondere in der Medizin und den Medizingeräten verwendet werden können. Wichtige Vorteile sind (Beispiele):

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